Neologismen: Wenn Menschen die eigene Sprache nicht mehr verstehen
von Andreas Mettler am 15.08.2008 Wer in der Schulzeit die eigene Sprache in allen Facetten zu sprechen, zu lesen und zu schreiben erlernt hat, kann sich dennoch nicht in der Sicherheit wiegen, der Fortentwicklung des Wortgebrauchs auch bis ans Ende des eigenen Daseins gewachsen zu sein. Gerade ältere Menschen wundern sich manchmal über die Wortschöpfungen, die sich in der Jugendsprache etabliert haben und verstehen auch Begrifflichkeiten, die sich im Kontext technologischer Entwicklungen etabliert haben, nicht mehr. Gerade in den vergangenen Jahren haben sich viele Neologismen entwickelt, die mehr und mehr in unseren Sprachgebrauch Einkehr finden. Als Neologismus wird ein Wort bezeichnet, das immer häufiger von einer Sprach-Benutzergruppe verwendet wird, aber gewiss noch nicht in den einschlägigen Lexika verzeichnet ist. Ein Begriff, der aber gut dazu geeignet ist, dass dies in naher Zukunft jedoch passieren könnte. Im Webkatalog für Neologismen, in dem solche Begriffe bereits jetzt gesammelt werden, kann man sich ein solches Wort kostenlos eintragen lassen. Wer mit fortschreitendem Alter darauf verzichtet, sich immer wieder über zeitgemäße Wortentwicklungen zu informieren, der mag bald schon feststellen, dass er die Sprache der jüngeren Generation nicht mehr versteht. Diese Kommunikationsprobleme treten dann nicht nur im Zusammenhang mit jenen Begriffen auf, die der Jugendsprache zugehörig sind und oft nach nur wenigen Jahren schon in Vergessenheit geraten, sondern auch bei Wörtern, die aufgrund technischer Fortschritte entstanden sind, um sprachliche Definitionslücken zu schließen.
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