Wir werden immer gesünder
von Andreas Mettler am 04.09.2008 Die Jahre des Wirtschaftswunders waren nicht tatsächlich eine Zeit in der sich die Menschen viele Gedanken über einen gesunden Lebenswandel gemacht haben. Schon die Hilfslieferungen amerikanischer Soldaten per Flugzeug unmittelbar nach dem Kriegsende versorgten die Menschen im Schwerpunkt auch mit Schokolade und Zigaretten. Der neue Wohlstand nach dem Wiederaufbau zeigte sich zunehmend an körperlichen Rundungen und wer sich den Teller mit einer Überportion an Fleisch und kalorienreicher Kost füllte, erregte zu jenen Zeiten noch keine argwöhnischen Blicke. Nicht zufällig haben wir heute eine Rentnergeneration für die die Verstopfung ein regelmäßiges Gesprächsthema und Abführmittel zu einem täglichen Grundnahrungsmittel geworden sind. Doch wie haben sich die Zeiten geändert: Das Gesundheitsbewusstsein gegenüber dem Genuss (wenn man je über einen solchen sprechen konnte) von Tabakwaren wurde über Jahrzehnte hinweg nicht nur an den Schulen vermittelt und durch eine deutliche Preissteigerung jener giftigen Genussmittel in den vergangenen Jahren ist es endlich gelungen, dass heute weniger Jugendliche mit dem Konsum von Tabakprodukten beginnen, als es in früheren Jahrzehnten der Fall war. Auch die Ernährungsgewohnheiten befinden sich in einem positiven Wandel. Das Bewusstsein über allzu kalorienreiche Kost ist im öffentlichen Bewusstsein geschärft und wer nicht darauf verzichtet, regelmäßig Vitamine, Mineralstoffe und nicht zuletzt auch Ballaststoffe zu sich zu nehmen, hält seine Darmaktivität agil, beugt Herz und Kreislaufkrankheiten vor und darf zumindest statistisch damit rechnen, ein hohes Alter zu erreichen. Den einzigen Nachteil am immer ausgeprägteren Bewusstsein für ein gesundes Leben erleiden derzeit die Rentenkassen: Werden die Menschen immer älter, so müssen diese Versorgungssysteme auch immer mehr gesunde Senionen finanzieren.
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