Vom Giga- zum Terabyte
von Andreas Mettler am 18.03.2009 Beim Schmunzeln über solche Fehlurteile vergessen wir nur allzu leicht, dass es sich noch vor Kurzem ganz ohne Computer ausgezeichnet leben ließ. Wir gewöhnen uns so schnell an neue Technologien, dass uns unser eigenes, früheres Leben bald ganz unwirklich vorkommt. Wenn ich (Jahrgang 1963) heute eine Fernsehserie aus den Siebziger Jahren sehe, dann wundere ich mich nicht nur über die Telefone mit drehbarer Wählscheibe, sondern mehr noch über Büroräume und Schreibtische ganz ohne PCs. Damals stellte das Windows-Betriebssystem für PCs, das tatsächlich nicht mehr als 64 Kilobyte Arbeitsspeicher verwalten konnte (daher ja Gates’ Erklärung dazu), eine Revolution dar. Bald jedoch wurden nicht nur die Arbeitsspeicher immer größer, man kam auch nicht mehr ohne zusätzliche Datenspeicher aus. Den Disketten folgten bald die ZIP-Laufwerke und dann die immer größer werdenden Festplatten, dazu kamen CDs, DVDs oder USB-Sticks. Schon für das Aufzeichnen von Spielfilmen in vernünftiger Qualität reichten die 700 MB einer CD im Grunde nie aus, DVDs mit mehreren Gigabyte waren gefragt. Heute breiten sich in den Videoabteilungen der Kaufhäuser die Blu-ray Discs aus, mit potentiell bis zu 400 Gigabyte Speicherkapazität. Auch die Festplatten moderner CDs messen ihre Kapazität im dreistelligen Gigabyte-Bereich, die Arbeitsspeicher verfügen immerhin schon über einige Gigabyte. Doch jetzt erleben wir wieder den Schritt in eine neue Größenordnung. In diesem Jahr wirft Western Digital die erste Festplatte mit einer Kapazität von 2 TB auf den Markt. Zwei Terabyte – ein Terabyte sind etwa 1000 Gigabyte! Und auch die Nachfolger der Blu-ray Disc stehen schon bereit, werden möglicherweise bereits im kommenden Jahr mit einem Fassungsvermögen von bis zu einem Terabyte in den Handel kommen. In wenigen Jahrzehnten von Kilo- über Mega- und Giga- bis zu Terabyte – wer traut sich da noch, über eine Obergrenze der Entwicklung zu spekulieren? Nur in einer Hinsicht dürfen wir uns sicher sein: Die Generationen, die nach uns kommen, werden sich über unsere Einschätzung der Zukunft nicht weniger amüsieren als wir heute über die Pioniere des Computerzeitalters.
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