Deutschland sucht den Karaoke-Star
von Andreas Mettler am 06.05.2009 Überall singt und trällert es aus allen kehlen, es scheint fast so als würde sich ganz Deutschland um den Titel als neuer Karaoke-Star bewerben. Und was bei Gesangs-Castingshows passiert, ist letztlich auch nichts anderes als Karaoke singen auf hohem Niveau. Es ist spürbar: Karaoke wird immer beliebter. Es geht immer darum, berühmte Musiktitel ohne Gesangsaufnahme nachzusingen und dabei möglichst viel Spaß zu haben. Die Musik ist einfach von vorne herein ohne Gesangsstimme aufgenommen und kann nun nach Belieben gespielt und mit eigenem Gesang untermalt werden. Wichtig ist natürlich, dass man den Text entweder kennt oder gleichzeitig sieht, aber auch improvisierter Gesang kann recht lustig sein. Gesangsstunden können und sollen so nicht ersetzt werden und das neue Gesangstalent schlummert auch nicht in jedem, doch einfach mal das Beste zu geben und selbst zu singen, was man schon immer mal grölen oder hauchen wollte, darum geht es eigentlich. Den Weltrekord im Karaoke singen hält übrigens Wien, wo in einem Einkaufszentrum ein Lokal zum Ort eines 140 Stunden langen Karaokeauftritts wurde. Vom 11. bis 17. September 2006 wurde dort im Rahmen der Aktion Wiener World Record Day Karaoke extrem betrieben. Neuerdings gibt es auch andere Formen von Karaoke, die gar nichts mehr mit Gesang zu tun haben, aber auf dem gleichen Prinzip wie normales Karaoke beruhen. So werden zum Beispiel beim sogenannten Power-Point-Karaoke spontane Vorträge zu unbekannten, fertigen Power-Point-Präsentationen aus dem Internet improvisiert gehalten – auch hier geht es um die stimmliche Bebilderung von schon existenten Werken zur Erheiterung aller anderen und zum eigenen Spaßfaktor.
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