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Hufgeschwüre – was ist zu beachten?

von Andreas Mettler am 15.10.2009
Wenn Pferde Hufgeschwüre haben, dann leiden sie nicht, wie manche annehmen, unter Krebs, ein Hufgeschwür ist vielmehr eine eitrige Entzündung der Huflederhaut, die sich leicht zu einem Hufabszess entwickeln kann. Hufgeschwür und Abszess werden deshalb meist synonym verwendet. Hufgeschwüre werden fast immer durch eine unphysiologische Belastung verursacht. Das kann zum Beispiel ein eingetretener Stein oder anderer Fremdkörper sein, der anschließend einen permanenten Druck auf den Huf ausübt. Dadurch kann die Lederhaut überreizt werden, es entwickelt sich ein Druckgeschwür bzw. eine eitrige Entzündung. Aber auch abgestoßene Gewebeteile im Hufinneren oder ein hartes Anschlagen der Hufwand an einem Straßenkantstein oder anderen festen Gegenstand, können zur Entwicklung von Hufgeschwüren bzw. Hufabszessen führen. Anzeichen für ein Geschwür sind meistens ein Lahmen des Pferdes mit Schrittverkürzung, ein heftiger Hufpuls unterhalb vom Fesselgelenk sowie eine erhöhte Temperatur im befallen Huf. Die Symptome müssen aber nicht alle gleichzeitig auftreten. So kann da Pferd lahmen, weil es den Druckschmerz empfindet, ohne dass Puls oder Temperatur auffällig sind. Es kann auch passieren, dass an der weichsten Stelle des Hufes, am sogenannten Kronrand Eiter auftritt. Besteht der Verdacht auf ein Hufgeschwür bzw. Abszess, wird der Huf mit Hilfe einer entsprechenden Untersuchungszange abgedrückt, um den Eiterherd zu lokalisieren. Anschließend wird der Huf im Entzündungsbereich mit einem Hufmesser oder einer Fräse punktuell ein- bzw. aufgeschnitten, so dass der Eiter abfließen kann. Die dadurch entstandene Wunde wird antiseptisch behandelt, indem sie mit Desinfektionsmittel gespült und mit einem Hufverband versorgt wird, der ein antiseptisches Medikament enthält. Statt einem Hufverband kann auch ein Krankenschuh über den Huf gezogen werden, der relativ günstig bei den einschlägigen Pferdesportausrüstern zu erwerben ist. Ein solcher Schuh hat den Vorteil, dass er immer wieder verwendet werden und sogar den Koppelgang ermöglichen kann. Nach etwa einer Woche sollte sich eine erste zarte Haut gebildet haben, die aber noch sehr empfindlich ist und vor Verletzungen geschützt werden muss, damit es nicht zum Ausbruch einer weiteren Entzündung im Huf kommt. Die verschlossene Wunde kann aber nun mit Heilerde weiter behandelt werden. Eine mäßige Belastung des Hufes ohne Krankenschuh ist ebenfalls möglich.
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