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Selbsthilfegruppen: Pro und Contra

von Egon Pütz am 20.11.2009
Selbsthilfegruppen leisten seit Jahrzehnten wichtige und sehr gute Arbeit im Bereich der Sucht- bzw. Abhängigkeitserkrankungen. So ist z.B. das 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkohliker (AA) Bestandteil in Therapiekonzepten geworden. Viele Betroffene finden eine Heimat in der nächsterreichbaren Selbsthilfegruppe. Bei der Gruppe der Anonymen Alkoholiker wird die Anonymität der Teilnehmer dadurch gewährleistet, dass Betroffene sich nur mit dem Vornamen anreden. Sozialer Status und Hierarchiebildung spielen in der Selbsthilfegruppenarbeit keine Rolle. Unter Gleichgesinnten hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, Probleme vorzutragen und zu besprechen. Große Bedeutung erhält die regelmäßige Teilnahme in der Gruppe dadurch, dass sie dem Abhängigen ganz entschieden dabei hilft, seinen Abstinenzstatus aufrecht zu erhalten.
Für jeden Nutzer der Selbsthilfegruppenarbeit sollte eine Teilnahme auf freiwilliger Basis geschehen. Eine Entscheidung unter freiem Willen trifft man dann, wenn die Entscheidung aus einem selbst heraus kommt, d.h. ohne Einflussnahme von außen, erst recht ohne Druck und Zwang. Eine Teilnahme an Selbsthilfegruppen sollte nicht Gegenstand von Auflagen, z.B. eines Arbeitgebers sein.
Regelmäßige und vor allen Dingen häufige Teilnahme an und in Selbsthilfegruppen kann jedoch auch zu Nachteilen zumindest für einen eingeschränkten Personenkreis führen. Das Leben in Abstinenz erhält bei diesen Menschen eine solche Dimension, dass die erreichte Abstinenz ständig allzu sehr umsorgt werden muss. Der erworbene Abstinenzstatus wird zur Lebensleitlinie. Für viele Betroffene ist es in ihrem weiteren Lebensweg gut, möglichst vielseitige Interessen auszubilden und aufzunehmen. Lebensabschnitte als akuter Trinker bringen einen Nachholbedarf an Entwicklung mit sich. Unsere Gesellschaftsform hier stellt das richtige Potenzial dazu zur Verfügung. Der abstinent lebende Betroffene muss selbst Gebrauch davon machen. Die nötigen Grundlagen sind, da Abstinenz meist in einer Therapie erreicht wird, dort erworben. Sein Abstinenzverhalten auf sichere Beine zu stellen, hat auch einen Zeitfaktor. Zeit will gestaltet werden. Die persönliche Abstinenz sollte zu einem Selbstverständnis werden, das keinerlei Bemühungen mehr bedarf, dann erhält sie eine hohe Qualität und ist der beste Schiutz vor Rückfällen bzw. Rückfallgefahren.




Weitere Informationen zum Thema: www.e-puetz-raucherentwoehnung.jimdo.com
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