Als Werkzeugmechaniker in den Sondermaschinenbau?
von Andreas Mettler am 18.08.2010 Viele junge Leute denken darüber nach, den Beruf des Werkzeugmechanikers zu ergreifen. Aber ist das eine vernünftige Entscheidung? Nun, diese Frage ist nicht besonders gut gestellt. Was bedeutet denn schon eine vernünftige Entscheidung im Zusammenhang mit der Berufswahl? Natürlich kann man sich fragen, ob der Werkzeugmechaniker ein Beruf mit Zukunft ist. Soweit sich das im Moment beurteilen lässt, ist er es – aber wer will das mit Sicherheit sagen? Hätte man vor einigen Jahrzehnten jemanden gefragt, ob Stenografiekenntnisse oder das Schreiben mit zehn Fingern auch in Zukunft noch gefragt sein werden, hätte das sicher jeder bejaht. Der Computer und moderne Diktiergeräte haben das völlig verändert. Wer hätte sich vor einiger Zeit vorstellen können, dass es heute Automobilfabriken fast ohne Mitarbeiter geben würde? Zumindest in Japan ist das aber inzwischen weitgehend Wirklichkeit.
Damit soll nur gesagt sein, dass niemand weiß, was die Zukunft bringt – die Frage nach einem Beruf mit Zukunft ist daher nicht sehr sinnvoll. Kann man als Werkzeugmacher denn gutes Geld verdienen? Das ist natürlich immer relativ, vor allem aber: Wie in jedem anderen Beruf auch wird man nur dann auf Dauer einen Job finden und behalten – und damit auch gutes Geld verdienen –, wenn der Job einem liegt. Wie bei allen anderen Berufen auch sollte deshalb die einzige Frage, die man sich in diesem Zusammenhang stellt, sein: Gefällt mir dieser Beruf? Kann ich mir vorstellen, im Grenzbereich zwischen Handwerk und modernster Technik zu arbeiten, 40 Stunden in der Woche, für viele Jahre oder Jahrzehnte? Würde es mir zum Beispiel Spaß machen, im Maschinenbau tätig zu sein, vielleicht im Sondermaschinenbau? Unter Sondermaschinenbau versteht man den Bau von Maschinen in Einzelanfertigung, und gerade hier bietet sich ein weites Einsatzfeld für Werkzeugmechaniker. So gehört zu deren Aufgabengebiet beispielsweise auch das Erstellen von Gussformen, mit denen bisher nicht benötigte (und daher nicht in Serienproduktion hergestellte) Kunststoffteile gegossen werden. Aber auch sonst erfordert natürlich der Sondermaschinenbau eher die Anfertigung spezieller Werkzeuge als die Serienproduktion von Maschinen. Dieses sind die Dinge, über die man nachdenken sollte, bevor man sich für oder gegen einen solchen Beruf entscheidet.
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